The Story of Simba

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Simba ist ein thailändischer Mischlingshund, der dem Tod nahe war und nun im Paradies angekommen ist. Simba lebte im Alter von ca. 15 Wochen als Welpe auf der thailändischen Insel Koa Lan Island.
Koa Lan Island ist vom Festland Pattaya nur mit dem Boot zu erreichen. Und hat alles, wovon der Besucher so träumt. Sonne, türkisfarbenes Meer und den weißen zauberhaften Sandstrand. An diesem Strand sind alle willkommen außer große streunende Hunde. Und deshalb wurden hier auf dieser wunderschönen Insel die Eltern von Simba vergiftet.
Als wir im September 2006 auf die Insel kamen, den Sand des herrlichen Strandes unter den Füssen fühlten und den Rundblick auf uns wirken ließen, fiel uns der kleine Welpe auf. Völlig, bis auf die Rippen, abgemagert, leckte dieser einzelne Regentropfen von den Strandliegen ab und suchte am Strand nach Essbarem, angespülten Fisch -und Krabbenresten.
Wir beschlossen unsere Taucherbrille als Wassernapf  um zu funktionieren und besorgten Reis mit Tintenfischringen und Scampi. Der kleine Simba trank mindestens einen ganzen Liter Wasser und fraß eine große Portion Reis mit Fisch. Er sah nicht nur mager aus, sondern wirkte ausgetrocknet und ausgezehrt. Danach war er so müde und legte sich unter meine Sonnenliege in den Schatten. Die Siesta unterbrach Simba mit ständigem Harndrang, denn er hatte wohl noch nie so viel Süßwasser getrunken.
Nach seiner Siesta schlenderte Simba  am Strand entlang. Das kleine Kerlchen hatte einen leichten Gang und wirkte auf mich, wie der kleine Simba aus „König der Löwen. Plötzlich trafen Steine seinen Körper. Die Steine wurden von einem Thailänder geworfen, dem die Liegen und Sonnenschirme gehörten. Simba zog den Schwanz ein und flüchtete in den Wald.
Ich sprang von meiner Liege und lief Simba hinterher, doch ich konnte ihn im Wald nicht sehen und mit seinem Namen konnte ich ihn ja nicht rufen, denn er wusste ja noch nicht, dass er bald so heißen wird. Also machte ich lockende Geräusche, von denen ich wusste, dass Hunde darauf reagierten. Nach einigen Minuten ließ er sich vorsichtig blicken und ich konnte ihn zu meiner Liege locken.
Dort in Sicherheit legte er sich wieder unter meine Liege. Nun war ich wissbegierig geworden und fand es an der Zeit die Einheimischen zu fragen, wo dieser Welpe hingehört. Es stellte sich heraus, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis Simba der Hungertod oder die Steine trafen. Simba lebt alleine im Wald und gehört zu niemanden, das war die Antwort die ich erhielt.
Ein Babyhund der alleine lebt ? Ein Babyhund der Hunger und Durst leidet? Nein, das war kein schöner Gedanke, wenn wir gesehen haben, wie lieb und freudig dieser Welpe sein kann und  wie zäh dieser Welpe ist.
Leider mussten wir nach einigen Stunden die Insel mit dem verabredeten Speedboot Fahrer wieder verlassen. Nach ca. 30 Minuten Bootsfahrt und zweistündiger Taxifahrt in Bangkok im Hotel angekommen, ging uns der kleine Simba nicht mehr aus Kopf. Er hatte sicherlich da schon unser Herz erobert.
Doch... unser Rückflug nach Deutschland von Bangkok war für zwei Tagen später gebucht. An diesem Rückflugstag eröffnete der neue große Airport in Bangkok und niemand wusste überhaupt Bescheid, wer in welchem Gebäude arbeitet.
Für den nächsten Tag war ein Ausflug  in Safari World gebucht, doch wir fragten uns den ganzen Vormittag was machen wir eigentlich hier ? Wir sollten Simba retten. Zunächst weihten wir unseren thailändischen Taxifahrer ein und besorgten einen Transportkäfig  und Futter für Simba. Zufälligerweise gab uns am Tag, bevor wir Simba kennen lernten, der Besitzer des Bootes seine Visitenkarte. Wir fragten uns, wozu wir die Karte jemals wieder gebrauchen würden und behielten sie trotzdem.
So war es leicht, das Speedboot für den selben Tag telefonisch erneut zu organisieren.
In 2,5 Stunden würden wir da sein. Wir wollten aber nur auf die Insel, einen kleinen Hund retten und mit dem Speedboot sofort wieder zurück gebracht werden. Der Speedbootbesitzer ermöglichte uns den Spaß gegen genug Geld für Benzin für sein schnelles Boot. Er fragte, ob Simba denn auf uns warten würde ? Naja, sagten wir, das entscheidet das Schicksal, ob der kleine Welpe noch am Strand ist oder ggf. unauffindbar ist.
Als wir mit dem Boot in die Bucht einbogen, sah ich ihn schon bei seiner üblichen Arbeit. Er schlenderte am Strand entlang und schaute, ob es einen toten vertrockneten Fisch gab oder geworfene Steine. Als er uns sah, kam er sofort zu uns und ich hob ihn in den Käfig. Er leistete dabei keinen Widerstand. Etliche Thailänder bestaunten, in  Reihe gestellt, ungläubig das Unternehmen. Sie konnten nicht glauben, dass ein Hund gerettet wurde, der doch sonst gesteinigt wird.
Die Fahrt mit dem Speedboot  hat der Kleine gut überstanden, ohne zu spucken. Ebenso die zweistündige Taxifahrt. In Bangkok angekommen, hieß es nun den kleinen Löwen in das Hotel zu schmuggeln, da dort Hunde verboten waren. Es war mittlerweile spät geworden und die Hotel Nachtwache hatte ihren Posten bezogen. Unser Simba ließ sich zwar in die Transporttasche stecken, wollte auch in der Tasche bleiben aber einfach nicht den Reißverschluss verschlossen haben. Durch das sich daraus ergebende Hin und Her wurde der Wachmann aufmerksam. Es schaute noch der kleine Kopf heraus und der Wachmann fragte uns erstaunt auf Englisch: „ Was ist das ?“ „Naja,“ sagten wir, „wonach schaut es den aus ? Ein Hund der Hilfe braucht und seine ganzes Leben noch vor sich hat. Er soll mit nach Deutschland kommen.“ Darauf antwortete der Wachmann „ Ich habe nichts gesehen, geht schnell rein. Kann ich auch in die Tasche mit nach Deutschland ?
Im Zimmer angekommen stellten wir fest, dass der kleine Simba voller Parasiten steckte. Nachdem wir  diese, einige Zecken hatten sich im Fell festgebissen, entfernt hatten, schlief er ein zufrieden, ohne Durst, ohne Hunger und ohne das Gefühl, dass irgendwas über seine Haut läuft bzw. hinein beißt. Am nächsten Tag machte Simba das, was alle Welpen so gerne tun ...richtig ausflippen und herumrennen. Sein Spiegelbild war ihm unheimlich...,genauso wie dem kleinen Löwen aus „Der König der Löwen“. Simba knurrt mittlerweile, wie ein Löwe. Doch.... der Kleine hatte eine Infektion und Fieber und konnte auf keinen Fall das Land verlassen. Was rein gesetzlich auch nicht erlaubt ist.
So musste er in Quarantäne zu unserem heutigen Partner, dem Dog Rescue Center auf Koh Samui, mit dem Flugzeug gebracht werden. Wir brachten Simba zum neuen Airport in Bangkok und haben verzweifelt 4 Stunden versucht Simba per Inland Cargo nach Koh Samui zu schicken. Kurz drauf ging unserer Flug nach Düsseldorf. Simba wurde in Koh Samui am Flughafen von einer Mitarbeiterin und Helferin des Dog Rescue Center abgeholt. Wir hatten den ganzen Flug nach Düsseldorf (11 Stunden) Sorge, ob er es geschafft hat.
Koh Samui ist die einzige Insel in Thailand, die tollwutfrei gemacht wurde. Außerdem hat eine Deutsche, Brigitte Gomm, das Dog Rescue Center (www.samuidog.org) im Jahr 1999 aufgebaut und dort einen Tierarzt beschäftigt. Mittlerweile bringen Thailänder verletzte Tiere oder lassen die Tiere kastrieren, damit nicht so viel Nachwuchs sterben muss. Von dort aus erhielten wir jeden Monat neue Bilder, die die Entwicklung Simbas dokumentierten.
Simba musste zunächst regelmäßig artgerecht ernährt werden und gesund werden. Nachdem der Serumtest positiv verlaufen war und Simba geimpft wurde, durfte er nach Deutschland einreisen. Am 15.06.07 hat Simba sich von Koh Samui auf seine lange zweitägige Reise nach Deutschland zu uns, zur Hundekompetenz Prinz, begeben. Dabei ist er zum zweiten und dritten Mal geflogen und ich sage Euch, am besten gefällt mir die Landung in eine gesunde Zukunft.
Heute ist er im Paradies angekommen. Er lebt mit der sechsjährigen Hündin Jule zusammen in der Hundekompetenz Prinz. Die beiden verstehen sich prima. Auch macht Simba der Dog Dance Kurs in der Hundekompetenz Prinz riesig Spaß. Er zeigt sich als Naturtalent Tänzer. Es ist zwar noch viel Zeit und Geduld nötig, bis Simba endgültig die Grundlage der Hundeerziehung, das Vertrauen, die Verlässlichkeit und die Berechenbarkeit des Sozialpartners Mensch hat, jedoch es wird von Tag zu Tag besser. Nicht zuletzt durch Naturtierheilverfahren einer Gabe Homöopathie entsprechend seines onstitutionellen Typs für Hunde.
Yvonne Prinz, Gründerin der Hundekompetenz Prinz
Ankunft auf Koh Samui
Hier bin ich kurz vor meinem Abflug